Kersten Knipp liest aus »Die zwei Leben des Arthur Rimbaud«

Im Herbst 1871 traf der 17-jährige Arthur Rimbaud in Paris ein – ein rebellischer Dichter, dessen Texte Paul Verlaine und die Pariser Bohème in Aufruhr versetzten. Innerhalb weniger Jahre schrieb Rimbaud Gedichte, die ihn posthum zum Idol der Symbolisten, Surrealisten und der Popkultur machten. Doch bereits mit 21 Jahren verstummte er literarisch.
Kersten Knipps Buch beleuchtet erstmals auch die zweite, kaum bekannte Lebenshälfte Rimbauds intensiv: den radikalen Bruch mit der Kunst hin zu einem rastlosen Leben als Händler und Abenteurer. In Afrika bewegt sich Rimbaud zwischen Karawanen und Kolonialhändlern, verkauft Kaffee, Elfenbein und Waffen – ein Leben fernab der europäischen Literaturszene, geprägt von Entbehrung und einer unstillbaren Sehnsucht nach Bewegung. Knipp zeichnet das Porträt eines Mannes, der sich selbst neu erfand und dabei zum Mythos wurde.
Dr. Kersten Knipp, geb. 1966, ist Romanist, Autor und Journalist. In seinen Arbeiten verbindet er literarische Analyse mit kulturgeschichtlicher Perspektive und widmet sich immer wieder außergewöhnlichen Lebensläufen und biografischen Brüchen. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, zuletzt u. a. Die Kommune der Faschisten: Gabriele D’Annunzio und die Republik von Fiume.
