VON MARGRET KREIDL
Sie hat eine traurige Kindheit
auf Lager. Bitte weitersagen
und dann ab in den Urlaub.
Seine Mutter ist gestorben,
gestorben sind auch ihre Sorgen:
Wer wird ihn jetzt versorgen?
Ich heiße Beate. Beate,
sage ich zu meinem Psychiater,
ich bin mein eigener Vater.
Wo endet der Vater? Wo beginnt
der Großvater? Wann kommt der Pharao
zur Ruhe? Franz kratzt am Samstag ab.
Der Sarg ist leer, der Vater ein Gespenst,
der Erbe ist entmannt, er heißt Ferdinand.
O sarkophagischer Phallus! O Vaterland!
Euterzellen wachsen im Stahltank und geben
Milch ab. Die Mutter sagt: Immer freundlich und
grüßen. Der Kühlschrank spielt mit den Kindern.
Eine Hausfassade, verziert mit Fragen,
eine Frau, die auf den Putz haut
und keine Kinder weit und breit.
Jeder Balkon hat eine Mutter.
Frag nicht, warum. Die Pelargonien
wollen bis in alle Ewigkeit blühen.
Metallzaun, Kiesgarten, verblechte Doppel-
garage, Einfamilienhaus mit Styropor-
fassade: Das Porzellan zerschlagen.
Ich zitiere: Ehrlichkeit, Sparsamkeit,
Familie. Sie ist eine erfolgreiche Milchkuh.
Er ist Österreichs potentester Stier.
Die Karolinger sind Kinder, die in der Küche
Milch säbeln. Auch wenn der Nebel sich lichtet,
die Familiengeschichte verstehen wir nicht.
Meine Großeltern waren arisch, sagte meine
Großmutter, so steht es im Ahnenpass.
Stanislaus Kreidl wurde in Danzig geboren.
